Kosten einsparen, die Umwelt schonen und die Kohlendioxid-Emissionen verringern:
Wasserverbrauch senken
Warum Wasserverbrauch senken mehr Nachteile als Vorteile hat:
Lange Zeit herrschte in der Politik und Wasserwirtschaft die Vorstellung eines stetig
anwachsenden Wasserverbrauchs. Um 1970, als der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwas über 140
Litern lag, wurde für das Jahr 2000 eine Zunahme dieses Werts um gut 50% auf 220 Liter
angenommen. Noch 1993 prognostizierte beispielsweise für Deutschland das Umweltbundesamt
einen steigenden Wasserverbrauch. In der Folge wurden vor allem in Ostdeutschland aus
heutiger Sicht überdimensionierte Wasserwerke, Rohrleitungsnetze und Entsorgungsanlagen
gebaut. Deren hohe Fixkosten bei mangelnder Auslastung führen heute zu überhöhten Wasser-
und Abwasserpreisen. Verschärfend kommt die Abwanderung aus vielen Regionen im Osten hinzu,
wodurch der Verbrauch weiter sinkt.
Für die Trinkwasserversorgung ist diese Entwicklung problematisch, denn mit geringerer
Fließgeschwindigkeit steigt die Verweildauer des Wassers in der Leitung, was die mikrobiologische
Qualität beeinträchtigen kann; es kann zu einer Wiederverkeimung des Wassers kommen. Teilweise
halten hier die Versorgungsunternehmen sogenannte Sicherheitsbehandlungen mit Chlor zur Desinfektion
für erforderlich; diese haben aber auch negative Effekte. Das in den Leitungen stockende Wasser kann
zudem zu verstärkter Korrosion der Leitungen führen, wodurch sich das Leitungswasser in ungünstigen
Netzsituationen mit Schadstoffen wie Kupfer, Eisen oder Blei anreichern kann.
Weiterhin führt das von der Verbrauchsstelle wegfließende Abwasser zu Problemen in der Kanalisation:
Die geringere Menge nachfließenden Wassers verhindert mitunter, dass die über die Kanalisation abgeführten
Fäkalien hinreichend schnell das Klärwerk erreichen. Besonders bei warmer Witterung kann es dann zu
Faulprozessen kommen, bei denen sich Schwefelwasserstoff bildet. Das führt einerseits zu einer erheblichen
Geruchsbelästigung. Andererseits greift der im Wasser gelöste Schwefelwasserstoff beispielsweise in Form
von Schwefelsäure die Rohre an.
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Die genannten Probleme können derzeit kaum anders bekämpft werden als durch die zusätzliche Einspeisung von
Trinkwasser in das Leitungs- und Kanalnetz, um die Fließmenge künstlich zu erhöhen. Ein Rückbau vorhandener
überdimensionierter Rohre scheidet fast immer aus Wirtschaftlichkeitsgründen aus, da die Rohre meist tief im
Erdboden verlegt sind und zudem eine erwartete Lebensdauer von bis zu 100 Jahren aufweisen. Teilweise ist es
bei Abwassernetzen möglich, den Rohrquerschnitt zu verkleinern. Daneben wird über einen Rückbau (beispielsweise
semizentrale Aufbereitung des Wassers) nachgedacht. Entsprechende Modellprojekte werden derzeit beispielsweise
in Pforzheim realisiert.
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